Kater

Auch ein alter Text, auch von 1986. Ich finde aber, stets aktuell. Denn welches Kind naschte nicht gern aus der Teigschüssel?

Klein Fredrik, der allein zu Hause ist, öffnet den Kühlschrank und füttert den Kater so lange mit Sprühsahne, bis er kotzt. 

Er selbst tut sich an frisch geknetetem Mürbeteig gütig, was denselben Effekt zur Folge hat.

Kater und Fredrik liegen noch eine ganze Weile gekrümmt auf den Küchenfliesen, bis es 22.00 Uhr ist und der Hardcoreporno im Fernsehen beginnt.

Klein Fredrik und der Kater schleppen sich ins Wohnzimmer und betten sich in die Ledergarnitur. 

Der Kater kriegt Cognac, und Klein Fredrik studiert eingehend die schwarzen Punkte, die sich gleich nach dem Genuss des Klaren vor seinen Augen einfinden. 

Schon ist der Film aus.

Klein Fredrik kriegt die Augen nicht zu, der Kater kriegt sie nicht auf. 

Klein Fredrik wird nicht versetzt.

Der Kater lebt noch viele Jahre auf einem Kissen.

(Aus Vera Henkel: "Männer in Unterhosen", Grupello 1996)

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