"enttäuscht sein"

Eines meiner Lieblingswörter, weil es uns die Wahrheit im Wort selbst zur Verfügung stellt. Von seiner Liebsten, seinem Liebsten beispielsweise, kann nämlich nur enttäuscht sein, wer sich zuvor hat (willentlich) täuschen lassen, unter wohlweißlicher Aussparung des analytischen Bewusstseins, das uns ja sooft bei den schönsten Dingen dazwischenfunkt.

Kann man nicht gebrauchen, wenn man grad >>>verknallt ist, schon evolutionstechnisch nicht. Die Menschheit wäre längst ausgestorben, regierte beim Kennenlernen der scharfe Verstand.

"Ich bin ja sowas von enttäuscht von dir!" ist also im Grunde eine im falschen Tonfall an die falsche Adresse gerichtete Selbsterkenntnis - die uns erfreuen sollte.

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